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Dieses ganze "aber das ÖPNV-Ticket muss digital sein!"-Theater frustriert mich so sehr. Was sind eure Erfahrungen? Vor allem edge cases interessieren mich – immer wieder erlebe ich Jugendliche, die zu Monatsbeginn kein Datenvolumen mehr haben und das aktuelle Deutschlandticket noch nicht geladen ist, kein Akku mehr, generell Ticket kaufen für andere Menschen, die es nicht selbst können, quasi unmöglich – ganz davon abgesehen, dass es auch ein Leben / Smartphones ohne Google/Apple gibt etc...

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@joliyea Grundsätzlich frustriert mich das fehlende Verständnis zwischen Digitalisierung und Elektrifizierung. Beim Deutschlandticket ist es immerhin möglich dieses als Smartcard zu bekommen, wenn eins weiß wie. Aber auch dann wird eins immer wieder zweitklassig behandelt. Wie finde ich z.B. heraus ob die Smartcard noch ein gültiges Ticket hat? In Berlin gab es zumindest in den Verkaufsstellen der S-Bahn Terminals, die wurden aber letztes Jahr abgebaut.

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@joliyea Weil Digital vor allem von der Deutschen Bahn als App geframed wird, werden alternative Träger digitaler Informationen immer als Sonderlocke dar gestellt. BahnCard QR Code zum Ausdrucken? ERSATZDOKUMENT! Obwohl es der selbe QR Code ist/sein könnte. Es macht für den Kontrollprozess technisch absolut keinen Unterschied ob der QR Code von einer App angezeigt wird, ein Screenshot ist, auf Papier ausgedruckt oder auf Milimeterpapier selber gemalt ist.

Es ist aber einfach nicht gewollt.

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@joliyea Digital wäre auch eine Chipkarte, oder so Systeme wie hier in Bremen die BOB Karte, damit kannst du Einzeltickets kaufen, die dann am Monatsende abgebucht werden. Apple/Google/Appzwang sind nicht digital, höchstens optional.

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@clerie @joliyea Shameless Self Plug: Als die Bahn die BC exklusiv nur noch in der Navigator App anbieten wollte, habe ich dazu mal nen längeren Blogpost zu geschrieben. https://www.schmittlau.ch/blog/bahncard-nur-in-der-app-ich-habe-ein-smartphone-und-finde-es-trotzdem-falsch.html

Zu den praktischen Erfahrungen, ein Thread:

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@schmittlauch @clerie Danke für die Gedanken! Sind für mich sehr auf der Meta-Ebene, deshalb interessieren mich gerade konkrete Vorfälle, die Menschen selbst erlebt haben. Dabei geht es mir auch sehr viel um dieses Abschieben von Verantwortung: Wenn ein Fahrkarten-Automat kaputt ist, ist das ein Problem der jeweiligen Verkehrsbetriebe. Dann konnte man keine Karte kaufen. Wenn aber deine App / dein Smartphone / dein Gerät nicht funktioniert – Pech gehabt, dein Problem. Find ich nicht okay.

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@clerie @joliyea
1. Wie von clerie beschrieben, fehlen sowohl in Politik (Wissings Ministerium damals) als auch im Personalbestand der Verkehrsunternehmen das Verständinis, was “digital" eigentlich bedeutet, vollends.
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@clerie @joliyea Es wurde schon fleißig ungefragt auf meinem Display rumgescrollt um zu sehen ob das ein Screenshot sei, denn der sei ja nicht digital und irgendwie verboten. 1 Person wolltebeim Blick auf ein im KDE Itinerary importiertes Ticket wissen ob das denn “die App” sei, und als ich vage reagiert habe unbedingt noch “das Original-PDF" des DB Tickets sehen. Meist akzeptieren die Leute es aber als Smartphone App, Kein Wunder, gibt ja drölfzig Verkehrsverbund-Apps.
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@clerie @joliyea
2. Es wurde auch offenkundig versäumt, den kontrollierenden Personen die Sicherheitseffekte des kryptografisch signierten 2D Aztec Code ist, zu vermitteln. Wenn ich den Ticketcode in einer plausibel aussehenden interaktiven App zeige wird signifikant seltener mein Ausweis angefordert, als wenn ich ein Ticket-PDF zeige.
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@clerie @joliyea Bei Screenshots & ausgedruckten Tickets wird wohl angenommen, dass der Code trivial zu fälschen/ zu verändern sei. Aber wäre er es, könnte ich ja auch eine Fake-DB-App zeigen.
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@clerie @joliyea
3. Standards: Ich bin sehr froh, dass es bereits existierende Ticket Barcode Standards gab, die dafür sorgen dass ich ein Ticket anhand des Barcodes selbst in standardkonforme Apps wie den @kde Itinerary importieren kann, auch aus einem Screenshot. Im aktuellen Verständnis von "es ist nur digital, wenn es eine eigene Smartphone-App mit Branding ist” würde so ein Standard kaum neu geschaffen werden.
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@clerie @joliyea Bei jeder Sicherheitsdiskussion habe ich die Sorge, dass da irgendwann zero knowledge Proof mit smartcard oder secure element drangebastelt, oder der Gültigkeitszeitraum massiv reduziert wird, da ist noch das heterogene System der vielen Verkehrsunternehmen wohl unser Freund gegen zu große Disruptionen.
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@clerie @joliyea
4. Gerade diese Woche war es bei der DB mit einem Standard-Ubuntu mal wieder nicht möglich, nen Ticket zu kaufen, weil die Bot Detection anschlug. Ich frage mich was passiert, wenn das kurz vor Abfahrt des Zuges ist und ich so kein Ticket kaufen kann?
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@schmittlauch @clerie Und zusätzlich bin ich in der (extrem privilegierten!) Position, dass ich eine BahnCard 100 habe – und jetzt ein Ersatzdokument bekommen habe, das aber quasi ein ICE-Ticket ist. Das "zusätzlich" Deutschlandticket (das laut Hotline auch den +City-Bereich ablöst, noch nicht geprüft, abre wtf!?) gibts aber zwingend nur im DB Navigator (angeblich, Stand jetzt, freue mich über mehr Infos).

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@joliyea Ein konkretes "noch mal gut gegangen" Erlebnis kann ich bieten:
Einmal gab es ein KDE Itinerary App Update, das sofort beim Start crashte. Downgrade war nicht möglich ohne alle Daten zu verlieren. Da war ich sehr froh, all meine anderen Tickets noch in jeweils anderer Form als Dateien herumzuliegen hatte.
Klar war das jetz die *von mir* gewählte Nischenapp, aber so etwas kann auch mal mit der offiziellen App des Verkehrsunternehmens passieren.

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@joliyea meine Mutter wird manchmal aus der App unseres Verkehrsverbunds ausgeloggt und ist nicht technikkundig genug um sich selber wieder einzuloggen, also muss ich dann Notfall-Login-Sanitäterin spielen.

Was wäre das große Problem daran gewesen, das Deutschlandticket auch als analoge Plastikkarte oder gar Papierticket anbieten zu lassen? So wie das 9-Euro-Ticket? Digitalzwang ohne Sinn. Es gibt so viele andere Dinge, bei denen Digitalisierung sinnvoller gewesen wäre.
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@LunaDragofelis Klingt anstrengend. Kannst du sagen, wie oft das ungefähr vorkommt und bei welchem Verkehrsverbund?

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@joliyea AVV Augsburg, passiert ca. 2-4 mal pro Jahr.
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@LunaDragofelis
@joliyea das d-ticket ist absichtlich so schlecht designt wie möglich, damit man den gefälligst nicht nutzt. abozwang, keine papiertickets (außer im internet), ausweispflicht, massive kündigungsfristen, ein immer steigender preis, keine karten/barzahlung, etc
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@LunaDragofelis Hui, klingt (aus Sicht des Beteibers vermutlich) nicht sooo viel, ist halt aber für die persönliche Nutzung zu viel, find ich. Musste sie deshalb schonmal Strafe zahlen oder konntet ihr das immer rechtzeitig regeln?

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@charlotte @joliyea Der Zustand vor dem Deutschlandticket war scheiße genug, dass das D-Ticket es schafft, obwohl es absichtlich scheiße gemacht wurde, immer noch besser zu sein als der Vorzustand.

Warum kann man sich in Deutschland nicht einfach ein Beispiel am Nachbarland Luxemburg nehmen? Warum muss hier immer alles künstlich verkompliziert werden?
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