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Diskussion zu "Kein Backup kein Mitleid"
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Mich stört der Spruch "Kein Backup kein Mitleid" der im Chaos kursiert immer wieder und irgendwie möchte ich mal ein paar Gedanken dazu los werden wieso ich den Scheiße finde. Aber kurz finde ich den aus einer materialistischen, ableistischen Perspektive Scheiße und elitär find ich den auch noch.

Viele Leute haben nicht unbedingt das Geld um sich mit Backups zu befassen und würden wenn das Geld da ist es lieber auf etwas werfen woran sie spaß haben. Selber habe ich lange, grade als Studi, nicht das Geld gehabt mich um Backups zu kümmern. Es gab Monate wo ich am Ende des Monats nur noch mich aus dem was in meinem Kühlschrank oder meiner Mensakarte war ernähren konnte, da ist Geld auf Backups werfen jetzt auch wirklich nicht die Priorität. Und selbst als Geld da war, hatte ich es lieber auf andere Quality-Of-Life Verbesserungen geworfen. Ein Backup fühlt sich an der Stelle in etwa wie eine Hausratsversicherung an und der Spruch "Keine Hausratsversicherung kein Mitleid" klingt nun mal wirklich scheiße. Aber dank der finanziellen Privilegien die viele Leute im Chaos haben, wird die materialistische Perspektive im Chaos sowieso gerne vergessen.

Mein Vergleich mit der Hausratsversicherung hinkt etwas, denn eine Hausratsversicherung ist deutlich weniger Aufwand als ein Backup. Bei einem Backup muss ich mich schnell mit komplexer Software auseinandersetzen, regelmäßig mich damit befassen (läuft es noch? Muss ich Festplatten rotieren?) und das ist bei einer Hausratsversicherung meistens nicht so. Und die Software-Lösungen brauchen wirklich schnell viel technisches Know-How, grade auf Linux. Mich, als technik-affine Person, hatte dass auch sehr lange davon abgehalten Backups zu machen dass ich mich einfach mit komplexer Software befassen muss, und dass nach einem langem Arbeitstag wenn ich eigentlich doch lieber anderen Sachen nachgehen möchte. Bei der aktuellen Software-Landschaft zu erwarten dass sich Casual Computer Nutzer Backups machen finde ich schon etwas viel verlangt.

Also warum müssen wir Leuten die grade potentiell ihre sehr wichtigen Daten verloren haben mit einem Spruch begegnen der Ihnen suggeriert dass sie selber daran Schuld sind, wenn sie vielleicht nicht die finanziellen Resourcen oder einfach nicht die Kappas hatten? Warum könnten wir dabei nicht ein bisschen mehr Empathie normalisieren? Und selbst wenn jetzt der konkreten Datenverlust-Situation mit mehr Empathie begegnet wird, warum müssen wir die Abwesenheit von Empathie in so einem Spruch stecken und Leuten in den Kopf setzen? Das gibt schon einen eher elitäres Bild von sich.

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re: Diskussion zu "Kein Backup kein Mitleid"
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@ada das letzte mal mal als ich den spruch gehört hatte die partei, die die daten verloren hat, sogar backups

das backupsystem das ihnen bereitgestellt wurde war aber so scheiße, dass die versehentliche datenlöschung einfach die backups mitgelöscht hat

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